Sustainable Energy Development in East Africa
Interdisciplinary Approaches
- Buch
- Christine Freitag u.a. (Hrsg.)
- Oekom, 2025. - 282 Seiten
Mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung ohne Zugang zu Elektrizität und über ein Drittel derer, die zum Kochen auf unsaubere oder gesundheitsgefährdende Brennstoffe angewiesen sind, leben in Afrika – die meisten davon im subsaharischen Teil des Kontinents. Der vorliegende Sammelband setzt sich spezifisch mit Herausforderungen, Erfahrungen und Potenzialen im Bereich nachhaltiger Energie in Ostafrika auseinander, wo etwa die Hälfte der Menschen ohne Zugang zu nachhaltiger Energie in Afrika wohnhaft sind. Die geografische Diversität dieser Region, die Länder wie Kenia, Uganda, Ruanda oder Tansania umfasst, reich an Rohstoffen sowie stark geprägt von ländlichen Räumen ist, stelle dabei sowohl Herausforderung als auch Chance dar. Insbesondere angesichts des fortschreitenden Klimawandels, als auch um die Sustainable Development Goals (SDGs) zu erreichen, müsse der Ausbau nachhaltiger Energien politische Priorität erhalten und beschleunigt werden, so die Autor_innen. Nachhaltig sei der Ausbau jedoch nicht automatisch, wenn erneuerbare Energiequellen genutzt würden, sondern nur, wenn er gesellschaftliche Akzeptanz habe, Kooperation und Kompetenzen der Stakeholder_innen fördere, soziale Ungleichheiten beachte und ökologische Implikationen beachte. Die Beiträge des Sammelbandes verdanken ihre Entstehung dem Projekt „A:RT-D Grids“ (Africa: Research and Teaching for Development Grids), an dem deutsche und ostafrikanische Universitäten, NGOs, Ingenieursbüros und die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) beteiligt waren, und formulieren einen interdisziplinären Anspruch. „This book may go to show that sustainability in energy development is not merely about the use of renewable energies but about true collaboration between the technical and the social, in science as well as in the reality of energy development.” Konkret befassen sich die Beiträge etwa mit Chancen und Hürden lokaler, gemeinschaftlich betriebener Inselnetze oder gesellschaftlichen Aspekten (etwa Governance-Strukturen, Ownership und Konflikte in Energiegemeinschaften oder perpetuierte Genderstereotype in Diskursen zur Energiewende). Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Fragen von Wissensaustausch, Austausch und Training stehen in einem eigenen Kapitel im Vordergrund, kritisch diskutiert wird etwa, welche Bildungsmaßnahmen den Aufbau von technischer Infrastruktur in peripheren Räumen begleiten sollten oder wie virtuelle Lernumgebungen den Wissenstransfer fördern können. Praxisnah und interdisziplinär gelingt es „Sustainable Energy Development in East Africa“, einen Überblick über den Stand der Energiewende in Ostafrika zu geben, spezifische Voraussetzungen der Region herauszuarbeiten und die gewonnenen Projekterfahrungen mit einer interessierten Öffentlichkeit aus Sozial-, Natur- und technischen Wissenschaften sowie Praxisberufen zu teilen. Damit beweist sich der Sammelband nicht nur als analytische Bestandsaufnahme, sondern vor allem als anwendungsorientierte Wissensressource, welche Forschungsergebnisse, Projekterfahrungen und Bildungsansätze so zusammenführt, dass sie für politische Entscheidungsprozesse, zivilgesellschaftliches Engagement und konkrete Praxis der Energiewende in Ostafrika wie darüber hinaus unmittelbar anschlussfähig und nutzbar werden können.