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Poverty and violence as global threats


The Nigerian situation

Cover des Buches
  • Buch
  • Ojonyi, Titus Ojone
  • Dr. Kovač, 2025. - 348 Seiten

In der Schriftenreihe „Ethik in Forschung und Praxis“ ist die theologische Dissertation des nigerianischen Sozialethikers Titus Ojone Ojonyi erschienen. Darin untersucht der Autor die strukturellen Ursachen und sozialen Folgen von Armut und Gewalt am Beispiel Nigerias, wo mit geschätzt 133 Millionen Menschen über die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut lebt. Seit der formellen Unabhängigkeit Nigerias im Jahr 1960 haben zudem zahlreiche Konflikte und ein brutaler Bürgerkrieg das Land erschüttert, staatliche Strukturen sind schwach ausgeprägt und Korruption ist nach wie vor weitverbreitet. Der Autor macht daher deutlich, dass Armut und Gewalt nicht nur eine wirtschaftliche oder sicherheitspolitische, sondern auch eine moralisch-ethische Problematik darstellen: „The world is not safe until everyone of us is safe.“ Damit rekurriert der Autor auf den inklusiven Anspruch der Sustainable Development Goals  („Leave no-one behind“) und fordert ein soziales Verständnis globaler Entwicklung ein: „There is a need for a shift from the past measurement of development, such as income measurement of development to a people-oriented measurement of development which includes individuals‘ capacity building, social inclusion, equality, freedom, and participation.“ Aus der Perspektive der christlichen Sozialethik verbindet Titus Ojone Ojonyi theologisch-ethische Reflexion mit sozialpolitischer Analyse und verfolgt dabei einen praxisorientierten Ansatz. So gelingt die Darstellung der verschiedenen Manifestationen und Ursachen von Armut und Gewalt sowie deren Wechselwirkungen. Anschaulich bereitet der Autor Zusammenhänge etwa von Armut, Hunger, Urbanisierung, Migration und ausbleibenden Direktinvestitionen auf. Die Analyse reicht dabei über den nigerianischen Kontext hinaus und liefert wichtige Impulse für globale Debatten zur Bekämpfung von Armut und Gewalt. Insgesamt plädiert Titus Ojone Ojonyi für Gerechtigkeit als normatives Leitprinzip der (nigerianischen) Gesellschaft und formuliert konkrete Forderungen einer sozialen Transformations: Diese müsse nicht nur distributive Gerechtigkeit und starke Institutionen auf der Agenda haben, sondern dabei auch auf breite Partizipation und niederschwellige Kommunikation setzen. „Poverty and Violence as Global Threats – The Nigerian Situation“ löst überzeugend den kritischen Anspruch christlicher Sozialethik ein und empfiehlt sich all jenen zur Lektüre, die an der Auseinandersetzung mit sozialer Gerechtigkeit und globaler Entwicklung interessiert sind.