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Dimensionen einer vielfältigen Fluchtforschung


Diversität, Intersektionalität und heterogene Ankunftskontexte

Cover des Buches
  • Buch
  • Arne Böker at al. (Hrsg.)
  • Beltz Juventa, 2026. - 244 Seiten

Zwar sei der Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Themenkomplexen von Migration und Flucht im deutschsprachigen Raum etwa in den 1920er-Jahren festzumachen, größere Wahrnehmung hätte der Forschungsbereich aber erst nach 1945 erlangt, umreißen die Herausgeber_innen des vorliegenden Sammelbandes die Genese des disziplinären Feldes „Flucht*Migrationsforschung“. Post-1945 beschäftigten sich Beiträge des Forschungsfeldes vorrangig mit Fragen von Exil, politischem Asyl oder dem Status der sogenannten „Heimatvertriebenen“ aus den deutschen Ostgebieten und aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Eine markante Zäsur erkennen die Herausgeber_innen hingegen im Jahr 2015: Unter dem Eindruck großer Fluchtbewegungen nach Europa sei ein gesteigertes Forschungsinteresse wahrgenommen worden, das sich etwa in erhöhten Forschungsgeldern oder der Institutionalisierung von Forschungsnetzwerken niedergeschlagen habe. In der Folge habe sich eine moderne, thematisch und methodisch diversifizierte Fluchtforschung herausgebildet, die von einem interdisziplinären Zugang geprägt sei und etwa von Beiträgen der Politikwissenschaft, Geografie, Sozialen Arbeit oder der Rechtswissenschaften profitiere. Insbesondere erlauben es kritische Theorieangebote – etwa von Intersektionalität, Postkolonialismus oder epistemischer Gewalt -, „komplexe Verflechtungen von Macht, Identität und Differenz“ zu adressieren.