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Mein Name ist Estela


Cover des Buches
  • Buch
  • Trabucco Zerán, Alia
  • Hanser, 2024. - 239 Seiten

Der zweite Roman der erfolgreichen chilenischen Autorin Alia Trabucco Zerán erzählt sieben Jahre aus dem Leben der Hausangestellten Estela. Ausganspunkt des Romans ist ein Verdacht: Estela könnte das Mädchen ihrer reichen Arbeitgeber-Familie getötet haben. So muss sie nun Zeugnis ablegen. Sie tritt als Haushälterin in die Dienste der Familie ein, als das kleine Mädchen namens Julia geboren wird. Sieben Jahre lang sorgt sie tagein-tagaus für die Familie und verrichtet gewissenhaft ihre Tätigkeiten. Vor allem beschäftigt sie sich mit dem Mädchen. So spricht sie das Mädchen mit ihrem ersten Worte – Nana – an. Doch jeder Versuch einer engeren Bindung zwischen Estela und dem Kind scheitert an der ehrgeizigen Mutter und dem autoritären Vater. Oft sieht die Hausangestellte nach dem Verlust ihrer eigenen Mutter ihre Einsamkeit und Traurigkeit in dem Mädchen gespiegelt. In Form eines Kammerspiels werden in dem Roman unüberbrückbare Klassenunterschiede und Machtasymmetrien zwischen reicher Oberschicht und Preakriat dargelegt. Ebenso liefert die Autorin aber auch eine Ermächtigung: Estela kann ihre eigene Geschichte erzählen. Das Ende des Romans – die Schuldfrage – bleibt offen. (Monika Pitsch)