Cover des Buches

Dardan, Asal
Betrachtungen einer Barbarin
Hamburg: Hoffmann und Campe, 2021. - 191 S.
ISBN 9783455010992

Frauen*solidarität-Signatur:

SO-DAR-01

Deutschland BR / Migratintin / Mutterschaft / Iran / Belletristische Darstellung

„Ich wusste nicht genau, worum es sich bei der besagten Kultur handelte und warum sie anders war als bei Susanne zu Hause.“ – Die preisgekrönte Essayistin Asal Dardan erzählt in ihrem ersten Roman ihre eigene Biografie: Wie sie als einjähriges Kind mit ihren Eltern aus Iran nach Deutschland geflüchtet ist und dort „pauschal als migrationshintergründig“ bezeichnet aufwuchs, Schule, Studium, Arbeitssuche und Karriere erlebte, aber auch Frau*sein, Mutterschaft, eine Abtreibung und eine weitere zeitweise Migration von Deutschland nach Schweden. Im besten Sinn intersektional spart das Buch kein Thema aus, denn Asal Dardan denkt nicht nur darüber nach, was z.B. die Bezeichnung „People of Color“ eigentlich bedeutet, sondern auch darüber, was Klassenverhältnisse und die Geschichte der Shoah mit ihr zu tun haben. Ein großartiges Buch, in dessen biografische Erzählung auch die gesamte jüngste deutsche Geschichte eingebettet ist: Ungeduldig beschreibt Asal Dardan am Schluss die Tatsache, dass sich Deutschland inzwischen zwar verändert hat, aber jederzeit wieder „Pegida“ oder „Chemnitz“ passieren können.