Cover des Buches

Thúy, Kim
Die vielen Namen der Liebe
Roman
München: Verlag Antje Kunstmann, 2017. - 138 Seiten
ISBN 978-3-95614-168-3

Frauen*solidarität-Signatur:  AS-THU-03 

Vietnam ; Malaysia ; Kanada ; Flucht ; Rückwanderung ; Literatur ; Roman

Die achtjährige Protagonistin Vi flüchtet mit ihrer Mutter und den drei älteren Brüdern aus Vietnam, als nordvietnamesische kommunistische Truppen die Stadt Saigon annektieren. Sie gelangen als Boat People übers Meer nach Malaysia und kommen zwischenzeitlich in einem Flüchtlingslager unter, bis sie schließlich ins kanadische Exil gehen. Der in Episoden gegliederte Roman verbindet die Flucht- und Exilerfahrung mit den im Vietnamesischen gebräuchlichen sechs Auffassungen von Liebe: "bis zum Wahnsinn lieben, lieben bis man Wurzeln schlägt wie ein Baum, rauschhaft lieben, bis zur Bewusstlosigkeit, bis zur Erschöpfung, bis zur Selbstaufgabe lieben." Auf diese Art und Weise wird die vorherrschende Wechselbeziehung von Heimatgefühl und des in der Entwicklung befindlichen Ichbewusstseins vermittelt. Einerseits wird Vertrautes fremd, andererseits das Fremde jedoch vertraut. Gemäß ihrem Vornamen, der wörtlich übersetzt „winzige Kostbarkeit“ bedeutet und nach Ansicht der Mutter, als Frau am besten unsichtbar zu sein hat, muss Vi sich ohne ihre Wurzeln zu verlieren in der neuen, westlichen Welt ihren Weg gehen und in Sichtbarkeit treten.