Cover des Buches

Imagine Africa 2060
Geschichten zur Zukunft eines Kontinents
Morgenrath, Christa et al. (Hrsg.)
Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2019. - 191 S.
ISBN 9783779506041

ÖFSE-Signatur:

AF-MOR-01

Afrika im Jahre 2060, etwa ein Jahrhundert ist seit der formellen Dekolonisation des Kontinents vergangen. Die vorliegende Anthologie wagt den fiktionalen Ausblick in eine noch ferne Zukunft: Zehn größtenteils bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten afrikanischer Autor_innen eröffnen ein Panorama an progressiven Utopien und dystopischen Szenarien. Im Großen wie im Kleinen erzählen sie Geschichten von radikalem Wandel, aber auch von gesellschaftlichem Unrecht als Konstante. Technologischer Fortschritt erscheint in „Imagine Africa 2060“ zumeist als kurzfristige Antwort auf ökologischen Kollaps, der die Dynamik des Klimawandels und globaler Ungleichheit letztendlich noch verschärft. Deutlich wird dies etwa während José Eduardo Agualusas „Als die Welt untergegangen war“, in dem sich die wenigen privilegierten Überlebenden vor dem Anstieg des Meeresspiegels in schwebende Floßstädte retten. Selbst in luftiger Höhe sind gesellschaftliche Segregation und Hierarchien manifest. Andere Texte wiederum befassen sich mit Diaspora, endlosem Krieg oder dem Einfluss Chinas in Afrika. Nicht alle umrissenen Szenarien jedoch erscheinen derart düster. So wählt die nigerianische Schriftstellerin Chika Unigwe als Protagonistin eine emanzipierte junge Frau und skizziert anhand deren politischen Aufstiegs wider jede Wahrscheinlichkeit eine hoffnungsvolle Vision der Gleichberechtigung. Die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten stellen keine Prognosen dar, sondern experimentieren literarisch mit möglichen und unmöglichen Versatzstücken der Zukunft. Sagenhafte Träumereien und sachliche Nüchternheit ergänzen einander, Hoffnung und Apokalypse erzeugen Kontrast. Was dieses bunte Kaleidoskop aus Zukunftsperspektiven freilich eint, ist der Baukasten ihrer Erzählungen: Globale Ungleichheit, Klimawandel und Diskriminierung sind jene akuten Herausforderungen, welche die Menschheit – nicht nur literarisch – zu bewältigen sucht.

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