Cover des Buches

Where are the unions?
workers and social movements in Latin America, the Middle East and Europe
Sian Lazar (Hrsg.)
London: Zed Books, 2017. - 283 S.
ISBN 9781783609895

ÖFSE-Signatur:  27134

Ägypten ; Bolivien ; Tunesien ; Italien ; Spanien ; Libanon ; Brasilien ; Griechenland ; Argentinien ; Grossbritannien ; Soziale Bewegung ; Gewerkschaft ; Arbeiterbewegung ; Migration ; Ausländischer Arbeitnehmer ; Migrationspolitik ; Aufruhr

Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist gekennzeichnet von einem globalen Begehren nach ökonomischer und sozialer Gerechtigkeit sowie demokratischer Partizipation. Zu nennen sind in diesem Kontext etwa die lateinamerikanische „pink tide“ im ersten Jahrzehnt des neuen Millenniums, der Arabische Frühling oder die „Occupy Wall Street“-Bewegung. Die Rezeption dieser Bewegungen im akademischen und medialen Diskurs wies nicht selten euphorischen Charakter – parallel zu den Bewegungen selbst – auf und betonte Elemente wie Jugend, die Rolle sozialer Medien oder kreative Protestformen. 

Die Rolle der organisierten Arbeiter_innenschaft dagegen spielt in den Analysen dagegen nur eine untergeordnete Rolle, wiewohl Gewerkschaften und Arbeiter_innen-Organisationen entscheidenden Anteil an der Dynamik gehabt hätten, so die Herausgeberin Sian Lazar. „Where are the Unions“ beschäftigt sich anhand zahlreicher Fallbeispiel mit dem Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Gewerkschaften, den Problemstellungen entlang der Bruchlinien von Identität und Prekariat, den Herausforderungen des traditionellen Gewerkschaftswesens und den Potenzialen gewerkschaftlicher Mobilisation für demokratischen Fortschritt. Aus historischer und komparativer Perspektive werden Bewegungen in Lateinamerika, Europa und der MENA-Region analysiert, der Zugang der Verfasser_innen ist teils akademischer, teils aktivistischer Natur. Sie beschäftigen sich mit dem Aufstieg von Evo Morales und der Kokabäuer_innen-Gewerkschaft in Bolivien, der Bedeutung der tunesischen Gewerkschaft UGTT für die Herausbildung einer nationalen Protestkultur oder der Herausbildung neuer non-traditioneller Gewerkschaften etwa in Griechenland im Kontext der zunehmenden Prekarisierung von Arbeit durch die fundamentale Austeritätspolitik. Zu Tage tritt in diesen Analysen die Vielfalt gewerkschaftlicher Bewegungen, was sich nicht zuletzt der Tatsache verdankt, dass die Autor_innen dieses Sammelbandes in ihrem Verständnis von Arbeiter_innen-Organisation nicht in traditionellen Konzepten (formelle Beschäftigung, industrieller Sektor, männliche Arbeiter) verbleiben, sondern die Verbindung zu Fragen von Identität, Migration und informeller Beschäftigung herstellen.

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