Cover des Buches

Flesher Fominaya, Cristina
Social movements in a globalized world
London: Macmillan International Higher Education, 2020. - 303 S.
ISBN 9781352009347

ÖFSE-Signatur:

27811

Soziale Bewegung ; Internationalismus ; Globalisierung ; Demokratie

Wachsende soziale Ungleichheiten und gesellschaftliche Polarisierung lassen Menschen auf die Straße gehen, um Veränderung zu fordern. Das abgelaufene Jahrzehnt hielt in dieser Hinsicht ein breites Spektrum an Protestbewegungen bereit, nennt die Autorin etwa die Arabische Revolution, die Gezi Park-Proteste, die Occupy-Bewegung, #blacklivesmatter oder die Klimastreiks „Fridays for future“. Häufig wurden die Hoffnungen auf demokratische Fortschritte freilich enttäuscht, nicht selten waren Proteste auch von reaktionären, antidemokratischen Intentionen angestoßen worden. Demokratien sähen sich aktuell auf vielerlei Richtung bedroht, seien es autoritäre Tendenzen in Staat und Gesellschaft, die Manipulation von Medien und Informationseinrichtungen oder Hackerangriffe gegen Urnengänge. Vor dem Hintergrund dieser Aspekte und rezenter Erfahrungen erweitert Cristina Flesher Fominaya, renommierte Soziologin mit Schwerpunkt auf soziale Bewegungen, ihr 2014 erstmals Kompendium: Enthalten sind nunmehr eine fundierte Einführung in Theorien sozialer Bewegungen inklusive zentraler Aspekte und Debatten, wobei auch kritische Perspektiven auf dominante Paradigmen formuliert werden. Zusätzlich folgt die Autorin dem Anspruch, in der Neuauflage verstärkt dem Globalen Süden Aufmerksamkeit zu widmen, und geht hierbei insbesondere auf Protestbewegungen gegen eine entfesselte Globalisierung ein. Gänzlich neu ist ein Kapitel zu rechten (und rechtsextremen) Bewegungen, wobei Flesher Fominaya dem geografischen Fokus anglophoner Forschungsliteratur folgt und sich auf Europa und die USA beschränkt. Das Resümee, das die Autorin bezüglich der Erfolgsaussichten sozialer Bewegungen zieht, ist abschließend kein durchwegs desillusionierendes: Während politische Erfolge (etwa der Sturz eines Machthabers) meist nur kurzfristiger Natur seien, hätten kulturelle Fortschritte (bspw. trotz schmerzlicher Rückschläge im Bereich der Gleichberechtigung) zwar eine wesentlich langsamere Dynamik, zeitigten oftmals aber tatsächlich nachhaltigen Wandel.

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