Cover des Buches

Waldschmidt, Anne
Disability Studies
Zur Einführung
Hamburg: Junius, 2020. - 226 S.
ISBN 9783960603191

ÖFSE-Signatur:

27849

Behinderung ; Soziologie ; Disability Studies

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von „Behinderung“ als Abweichung von der Norm und paternalistische Vorstellungen einer selbstverständlichen Hilfsbedürftigkeit „behinderter Menschen“ sind wirkmächtige Perspektiven. Dabei sei, wie Anne Waldschmidt einführend festhält, „Behinderung – hier verstanden als gesundheitsrelevante, verkörperte Differenz und Kontrastfolie von »Normalität« – nicht die Ausnahme, die es zu kurieren gilt, sondern die Regel, die in ihren vielfältigen Erscheinungsweisen zunächst einfach zu akzeptieren wäre. Ihr dennoch einen Ausnahmestatus zuzuschreiben hat offensichtlich gesellschaftspolitische und kulturelle Gründe.“ Der vorliegende Band stellt insofern die Disability Studies als widerspenstige Wissenschaft vor, deren Anliegen die Sichtbarmachung und Dekonstruktion gesellschaftlicher Exklusionsprozesse bzw. hegemonialen Wissens sind. Ihre grundlegende Ausgangsfrage bezieht sich daher nicht – wie andere Disziplinen das in Affirmation des Konzepts „Behinderung“ tun – auf den Umgang mit „behinderten Menschen“, sondern stellt die gesellschaftlichen Produktions- und Diskursverfahren in den Vordergrund. Die Autorin, Universitätsprofessorin für Soziologie, Politik der Rehabilitation und Disability Studies, umreißt in der Folge kompakt wie fundiert zugleich den Forschungsgegenstand, skizziert unterschiedliche Theorieansätze und Konzepte von „Behinderung“, kontrastiert die „Disability Studies“ mit anderen Disziplinen und stellt die internationale Forschungslandschaft sowie die Etablierung akademischer Infrastruktur vor. Solcherart werden die Disability Studies als dynamische und vielseitige Querschnittsdiziplin mit hoher Produktivität eingeführt, deren Selbstverständnis als kritisches Korrektiv vor allem die soziale Konstruktion von „Behinderung“ adressiert. Abschließend spart Waldschmidt in ihrem Band auch Defizite und Leerstellen der Disability Studies nicht aus, die sich etwa auf das Fehlen einheitlicher Methodologien und kohärenter Theorien oder auf mangelnde Vernetzung über nationale Grenzen und Sprachräume hinweg beziehen.

C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik

Sensengasse 3
1090 Wien
+ 43 (0)1 317 40 10-200
bibliothek@centrum3.at

>> So kommen Sie zu uns

Unsere Öffnungszeiten

Mo-Di: 9.00-17.00 Uhr
Mi-Do:9.00-19.00 Uhr
Fr:9.00-14.00 Uhr

Semesterferien

Die Bibliothek ist von 7.– 11. Februar geschlossen!

Vorwissenschaftliches Arbeiten im C3
> mehr Information