Cover des Buches

Habila, Helon
Reisen
Heidelberg: Wunderhorn, 2020. - 320 S.
ISBN 978-3-88423-636-9

ÖFSE-Signatur:

AF-HAB-02

Afrikaner ; Flüchtling ; Migration ; Reisender

Lagos, Berlin, Bulgarien, Basel, ein süditalienisches Flüchtlingslager, Tunesien, Washington D.C. – Helon Habilas Roman „Reisen“ hält sein bereits im Titel angekündigtes Versprechen mehr als ein. Dabei trifft es der englischsprachige Originaltitel „Travellers“ vielleicht sogar noch besser, stehen doch Menschen und ihre Geschichten im Vordergrund des Romans. Ihren gemeinsamen Erzähler finden sie in Habilas namenlosen Protagonisten, einem wie Habila in den USA lebenden Doktoranden aus Nigeria. Eine weitere autobiografische Parallele stellt der Stipendienaufenthalt in Berlin dar, den der Protagonist mit seiner Frau antritt. Europa und die Allgegenwärtigkeit menschlicher Fluchtmigration stellen dabei den privilegierten Lebensentwurf des Ich-Erzählers infrage. Berlin ist hierbei als Metropole der Kulminationspunkt unterschiedlichster Biografien und Erfahrungen zwischen Afrika und Europa, in die sich auch der Protagonist bald selbst verstrickt. Empathisch, aber nicht pathetisch lässt Habila seine Figuren von der Flucht übers Meer, von Schleppern und Auffanglagern, vom Ankommen und Fremdsein, von Racial Profiling und Abschiebung, aber auch Solidarität, Protest und Selbstbestimmung erzählen. Multiperspektivisch entsteht so ein humanistisches und zutiefst politisches Panorama von Migration und Identität. Habilas Poetik des Transits verklärt nicht das Nomadische menschlicher Biografien zum bürgerlichen Kosmopolitismus, sondern benennt Kontext und politökonomische Zwänge: „Reisen“ heißt nicht nur Urlaub.

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