Cover des Buches

Goetz, Ariane
Land Grabbing and Home Country Development
Chinese and British Land Acquisitions in Comparative Perspective (Edition Politik ; 61)
Bielefeld: transcript Verlag, 2019. - 368 S.
ISBN 9783837642674

ÖFSE-Signatur:

27382

Landraub ist ein Thema, das viel Aufmerksamkeit in entwicklungspolitischer Literatur findet. Der Anspruch, die Seite der investierenden Staaten zu betrachten, ist allerdings seltener vertreten. Goetz widmet sich in diesem Buch aber genau dieser Perspektive: Sie ist der Meinung, dass die Rolle der Investoren erst unzureichend verstanden wird und will dem durch ihre Analyse entgegenwirken. Dafür konzentriert sie sich auf die zwei Akteure China und Großbritannien und deren Eingreifen in Afrika südlich der Sahara. 

Goetz untersucht deren aktuelles wirtschaftspolitisches Agieren auf Basis von 40 Projekten, welche die Staaten zwischen 2000 und 2015 verfolgten. In dieser vergleichenden Studie stößt die Politikwissenschaftlerin auf einige Gemeinsamkeiten, welche China und Großbritannien trotz ihrer grundsätzlich so unterschiedlichen sozioökonomischen Struktur teilen. Beispielsweise dient Landraub beiden Ländern als strategisches Instrument, um ihren nationalen Entwicklungszielen näher zu kommen. 

Trotz ihrer eindeutigen Schwerpunktsetzung auf aktuelle Verhältnisse blickt Goetz auch zurück und erlaubt ihren Leser_innen dadurch ein tiefgreifenderes Verständnis der globalen Verwicklungen. Sie bespricht etwa den üblichen Rückgriff auf das koloniale Ausgreifen der Europäer nach dem afrikanischen Kontinent im 19. Jahrhundert, den sogenannten Scramble for Africa, zeigt aber gleichzeitig, dass eine einfache Gleichsetzung der damaligen und heutigen Entwicklungsstränge nicht möglich ist. Bspw. arbeiten afrikanische Gastgeberländer heute proaktiv daran, ausländische Investitionen anzuziehen, und China ist als völlig neuer Spieler innerhalb des Phänomens aufgetaucht.

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