Cover des Buches

Lahusen, Christian
Das gespaltene Europa
Eine politische Soziologie der Europäischen Union
Frankfurt [u.a.]: Campus Verlag, 2019. - 318 S.
ISBN 9783593510460

ÖFSE-Signatur:

27308

„Das gespaltene Europa“ stellt eine wissenschaftliche Studie dar, die der politischen Soziologie im Kräftefeld der EU zuzuschreiben ist. Es geht also nicht im rein politikwissenschaftlichen Sinne um den Politikapparat der Union oder die Frage nach Zustimmung oder Ablehnung gegenüber einzelnen EU-Organen. Vielmehr sucht die Studie in soziologischer Tradition nach der Kontur der politischen Gesellschaft der EU; sie rückt also die kognitive Ebene der EU-Bürger_innen in den Fokus.
Dabei geht Lahusen von der Grundannahme aus, dass die EU seit den 1990er Jahren ‚politischer‘ geworden ist. Das heißt, dass sie stärker aus ihren Verhandlungsräumen hinaus in die Öffentlichkeit getragen wird und Debatten in der Bevölkerung anstößt. Die EU schafft genuin neue Orte der politischen Beteiligung und erweitert das politische Themenspektrum, sodass Bürger_innen auch in ihrem nationalen Kontext ‚Gesellschaft‘ und ‚Politik‘ in europäischer Dimension denken. Die EU wird aber nicht nur für das politische Feld zum Bezugsrahmen, sie politisiert auch den Sozialraum ihrer Bürger_innen. Dementsprechend werden soziale Positionen zu politischen Einstellungen. Soziale Ungleichheiten oder regionale Disparitäten spiegeln sich in politischen Haltungen wider. Das resultiert in einer Angleichung von sozialen Scheidelinien und politischen Konfliktlinien. Die Manifestation der EU als soziologischem und politischem Bezugsrahmen ergibt sich daher nicht nur aus der möglichen Einigung Europas, sondern sie kann auch daran erkannt werden, dass die EU Konflikte und Debatten unter ihren Bürger_innen verursacht.
Lahusen postuliert diese komplexe Grundannahme in seinem ersten Kapitel und nutzt die restlichen fünf Abschnitte, um die These empirisch nachzuprüfen. Er spürt der Spaltung der öffentlichen Meinung innerhalb der EU damit eingehend nach und beleuchtet die Verfasstheit der Union von einem selten repräsentieren Blickwinkel.

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