Cover des Buches

Strautmann, Michael
Interorganisational coordination in development cooperation
how communication at the country level transforms fragmentation into coherence and complementarity (Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik ; 24)
Baden-Baden: Nomos, 2022. - 231 S.
ISBN 9783848787845

ÖFSE-Signatur:

28282

Entwicklungszusammenarbeit, Effektivität ; Entwicklungszusammenarbeit, Koordinierung ; Madagaskar ; Indonesien

An die Entwicklungszusammenarbeit werden nicht zuletzt aufgrund ihrer hehren Zielsetzungen hohe Erwartungen gestellt, etwa durch ambitionierte Programme wie die Sustainable Development Goals (SDGs), leitet Michael Strautmann seine Studie ein. Gleichzeitig sei Kritik auf unterschiedlichen Ebenen allgegenwärtig, darunter würde auch grundsätzliche Ablehnung der westlichen Vorstellungen von „Entwicklung“ im Rahmen des Post-Development-Diskurse fallen. Ein Verschwinden der EZA sei jedoch wenig wahrscheinlich, leitet der Verfasser zu einem anderen Kritikpunkt über: Die Effektivität der EZA lasse zu wünschen übrig, was nicht zuletzt an einer Vielzahl an Akteur_innen und parallel geführten Strukturen liege. Zwar bekennen sich Geberländer regelmäßig zu Harmonisierung und Koordinierung ihrer Aktivitäten, in der Praxis sei jedoch eine eklatante Diskrepanz zwischen diesen rhetorischen Verpflichtungen und tatsächlicher Umsetzung zu konstatieren. Strautmann untersucht in dieser Dissertation daher, inwieweit die Arbeit von Entwicklungsorganisationen von nationalen Interessen und formellen Rahmenbedingungen abhängig ist und welche Spielräume die Angehörigen der Organisationen vor Ort haben. Dabei setzt er auf einen interdisziplinären qualitativen Zugang, in dem sowohl Niklas Luhmanns Systemtheorie als auch Fallstudien in Madagaskar und Indonesien genutzt werden. Solcherart zeigt er auf, dass dem Personal auf informeller Ebene vor Ort teilweise gelingt, was auf höherer Entscheidungsebene regelmäßig scheitert: „DO employees at partner country level do not only contribute to increased aid effectiveness by tailoring projects and programmes to local needs, but also by ensuring complementarity of DO’s activities. (…) Representatives of DOs regularly meet to subsitute for this lack of coordination.” Insgesamt rät Strautmann insofern zu einem pragmatischen Ansatz, der operative Kooperationen kontextabhängig gestaltet und Limitationen realistisch einschätzt. Dies erlaube es letztlich, Ressourcen effizient einzusetzen und erwartbare Erfolge zu realisieren.

C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik

Sensengasse 3
1090 Wien
+ 43 (0)1 317 40 10-200
bibliothek@centrum3.at

>> So kommen Sie zu uns

Unsere Öffnungszeiten

Mo-Di: 9.00-17.00 Uhr
Mi-Do:9.00-19.00 Uhr
Fr:9.00-14.00 Uhr

Semesterferien

Die Bibliothek ist von 6.– 10. Februar geschlossen!

Vorwissenschaftliches Arbeiten im C3
> mehr Information