Cover des Buches

Chuah, Guat Eng
Echos der Stille
Heidelberg: Wunderhorn, 2022. - 461 S.
ISBN 9783884236772

ÖFSE-Signatur:

AS-ENG-01

Malaysia ; Kolonialismus ; Belletristische Darstellung

„Echos der Stille“ hat Qualitäten eines großen Epos: Auf gut 450 Seiten führt Chuah Guat Eng eine biografische Spurensuche mit gesellschaftlicher und historischer Tragweite aus. Dabei dienen zwei rätselhafte, durch Jahrzehnte voneinander getrennte Morde an Frauen auf einer malaysischen Plantage als Aufhänger der Handlung, in welche die Protagonistin Ai Lian 1974 eher zufällig gerät – eigentlich hatte die junge chinesische Malaysierin das Land aufgrund der ethnischen Unruhen zwischen Malaien und der Minderheitsbevölkerung der Chinesen bereits zu Beginn der 1970er-Jahre verlassen und ein Studium in Deutschland begonnen, familiäre Umstände und eine neue Liebe führen sie jedoch wieder in ihre Heimat. „Echos der Stille“ ist freilich kein konventioneller Kriminalroman, wenngleich die über mehrere Jahrzehnte andauernde Aufklärung der rätselhaften Morde durchaus zu fesseln weiß. Vielmehr gelingt es Guat Engs 1994 veröffentlichtem Debüt (möglicherweise auch aufgrund autobiografischer Parallelen), politische Entwicklungen, biografische Konstellationen und Identitätsfragen in einer zugänglichen Erzählung integriert zu verhandeln. En passant entspannt sich damit ein zeitgeschichtliches Panorama, in dem koloniale Verwerfungen, rassialisierte Machtverhältnisse, Zentrum-Peripherie-Beziehungen und die „Gewohnheit der Entfremdung“ manifest werden. Der Kontextualisierung dienlich sind dabei ein beigefügtes Glossar und ein kurzer Abriss der Geschichte Malaysias.

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