Cover des Buches

Das Klima-Buch
Greta Thunberg (Hrsg.)
Frankfurt/Main: S. Fischer, 2022. - 489 S.
ISBN 9783103971897

ÖFSE-Signatur:

28298

Sozialpolitik ; Ökosozialismus ; Klimaschutz ; Anthropogene Klimaänderung

Der effektivste Weg aus dieser verfahrenen Lage ist, uns weiterzubilden“, hält Greta Thunberg in der Mitte ihres vorliegenden Buches fest. Dieses Projekt entsprang der Überzeugung, dass es der Öffentlichkeit nach wie vor am notwendigen Wissen fehle, den Klimawandel samt all seinen weitreichenden Konsequenzen und Implikationen zu begreifen. „Das Klima-Buch“ formuliert insofern einen aufklärerischen Anspruch und bietet mit einer Zusammenstellung wissenschaftlicher Beiträge von Expert_innen unterschiedlicher Disziplinen einen Überblick über das uns zur Verfügung stehende Wissen. Dieses erlaube es schließlich, selbstständig Zusammenhänge zu erkennen bzw. herzustellen. Gewählt wird hierfür ein ganzheitlicher Zugang, der nicht bloß auf die Dynamik des Klimawandels fokussiert, sondern u.a. auch ökologische oder soziale Aspekte thematisiert und die Klimakrise als Symptom einer großen Nachhaltigkeitskrise identifiziert: „Die Welt hat Fieber. Und gewöhnlich ist Fieber ein Symptom für etwas anderes, wie eine Infektion, eine Erkrankung oder ein Virus. Auch die Klimakrise ist ein Symptom oder ein Ergebnis, wenn man so will, einer wesentlich tiefgreifenderen Nachhaltigkeitskrise.“ Die Beiträge gliedern sich dabei in fünf Teile. In „Wie das Klima funktioniert“ wird einleitend ein grundsätzliches Verständnis des Klimas vermittelt und bspw. eine Geschichte des Kohlendioxids skizziert, fünf Massenaussterben in den vergangenen 500 Millionen Jahren und Ursachen vorgestellt, die Entdeckung des Klimawandels oder Kipppunkte diskutiert. Weitaus höheren Umfang hat der zweite Teil „Wie unser Planet verändert wird“, wo konkrete Veränderungen thematisiert werden, die bereits jetzt das Klima destabilisieren: Deutlich werden dabei etwa Unterschiede zwischen verschiedenen Treibhausgasen, weitreichende Konsequenzen des Insektenrückgangs, zunehmende Versauerung der Ozeane oder die prognostizierten Dimensionen unterschiedlicher Pfade der Erderwärmung. In „Die Folgen für uns“ dreht sich anschließend alles um die Auswirkungen, die diese komplexen Veränderungen auf die Menschheit insgesamt hat, differenziert aber zwischen unterschiedlich betroffenen Gruppen und analysiert machtkritisch das Verhältnis von Verursacher_innen und Leidtragenden: „Wir sitzen nicht alle im selben Boot.“ Einige Beiträge befassen sich mit gesundheitlichen Auswirkungen (etwa mit dem Verhältnis von Hitze und Krankheit, Antibiotikaresistenzen oder Konsequenzen des Klimawandels für die Ernährung), der ungleichen Verteilung der Lasten (Umweltrassismus, Klimamigration oder der Bedrohung kleiner Inselgruppen) sowie den daraus erwachsenden Herausforderungen (etwa Klimakonflikte oder verschärfte Ungleichheiten). Die beiden umfangreichsten Kapitel bilden den Schluss: „Was wir dagegen unternommen haben“ resümiert die bisherigen Anstrengungen zur Bearbeitung des Klimawandels, „Was wir jetzt tun müssen“ zeigt dagegen verbleibende Notwendigkeiten auf. Behandelt werden dabei unterschiedliche Sektoren und Instrumente, diskutiert werden Chancen neuer Technologien (wie Geo-Engineering), neue Herangehensweisen und Abschied von alten Paradigmen (Konsum, Wachstum). Diese multiperspektivische und interdisziplinäre Zusammenstellung illustriert solcherart die Bandbreite sowohl der Probleme, als auch der vorstellbaren Zukunftsvisionen und möglichen Transformationen. Abgeschlossen wird der Band mit einer Liste an möglichen Maßnahmen, die Leser_innen ergreifen können, um sowohl individuell als auch strukturell Änderungen zu bewirken.

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