Cover des Buches

Andreas Exenberger et al.
GLOBO
eine neue Welt mit 100 Menschen
Innsbruck: Studia, 2020. - 269 S.
ISBN 9783903030985

ÖFSE-Signatur:

27821

Sustainable Development Goals ; Weltbevölkerung ; Welternährung ; Lebensbedingungen ; Wirtschaftsmodell

Die Welt ist ein Dorf, heißt es im Zeitalter der Globalisierung mitunter. In „Globo“ ist sie dies tatsächlich: Das gleichnamige Dorf umfasst überschaubare 100 Einwohner_innen, verstreut über fünf kleine Weiler mit den vertraut klingenden Namen Nord –und Lateinamerika, Europa, Asien und Afrika. Dazwischen liegen große Flächen Wasser und unbewohnte Ortsgebiete von Globo, Ozeanien etwa. Unbewohnt ist die ozeanische Inselwelt freilich nur im fiktiven Dorf Globo, das sich die drei Wirtschafts- bzw. Sozialwissenschaftler Andreas Exenberger, Stefan Neuner und Josef Nussbaumer ausgedacht haben. Bereits 2009 haben sie in „Unser kleines Dorf“ die Weltbevölkerung auf 100 Individuen reduziert und versucht, globale Zusammenhänge, unterschiedliche Lebensrealitäten und gesellschaftliche Spannungsverhältnisse rund um die Jahrtausendwende in kleinem Maßstab zu veranschaulichen. „Globo. Eine neue Welt mit 100 Menschen“ knüpft an dieses Perspektive an und berücksichtigt die Veränderungen, die sich seither vollzogen haben und weit über ein paar hundert Millionen neue Erdbewohner_innen hinausgehen. Ausgangslage ihrer Modellierung ist die Welt im Jahre 2015, in dem sich die Dorfgemeinschaft von Globo versammelt, um über eine gemeinsame Zukunft nachzudenken. Die an diesem Abend entworfenen 17 Zielsetzungen – im Reallife als „Sustainable Development Goals“ (SDGs) bekannt – strukturieren die nachfolgende Erzählung von „Globo“. Diskutiert werden dabei basale Grundbedürfnisse, etwa Ernährung und Gesundheitsversorgung, genauso wie abstraktere Ziele wie demokratische Partizipation anhand einer fiktiven Dorfgemeinschaft und unterschiedlichsten Lebensrealitäten. Immer wieder gelingt es den Autoren, konkrete Dorfbewohner_innen vorzustellen und ihr Leben mit größeren Prozessen in Verbindung zu bringen. Konsequenterweise findet sich am Ende des Buches eine Auflistung aller Dorbewohner_innen samt biografischen Profilen und statistischen Kennzahlen, die eine repräsentative Auswahl der Weltgemeinschaft symbolisieren. Das Programm des Bandes bedingt mitunter statistische Unschärfen, die sich nicht zuletzt aus der auf 100 Personen begrenzten Bevölkerung und der Notwendigkeit mathematischer Rundungen ergeben. Der Anspruch eines solchen „globozentrischen“ Minimundus bezieht sich freilich weniger auf statistische Präzision, sondern auf die Illustration komplexer Sachverhalte und Zusammenhänge. Dies gelingt „Globo“ informativ und unterhaltsam, indem es im besten Sinne des Wortes große Materien auf die kleine Ebene herunterzubrechen vermag.

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