Cover des Buches

Seifert, Jurek
Power and Horizontality in South-South Development Cooperation
The Case of Brazil and Mozambique (UA Ruhr Studies on Development and Global Governance ; 73)
Berlin: Logos, 2020. - 366 S.
ISBN 9783832550707

ÖFSE-Signatur:

27644

Süd-Süd-Beziehungen ; Brasilien ; Mosambik ; Machtstruktur

Die internationale Politik der vergangenen zwei Jahrzehnten ist durch das Auftreten neuer Akteur_innen und veränderter Machtordnungen gekennzeichnet. Den sogenannten Emerging Powers (etwa den BRICS-Staaten) kommt eine stetig steigende Bedeutung im Gefüge internationaler Beziehungen zu, besondere Beachtung wird dabei auch der Kooperation dieser neuen Mächte untereinander bzw. mit anderen Staaten des Globalen Südens geschenkt. Ein Bereich, in dem solche Süd-Süd-Kooperationen seit einiger Zeit besonders präsent sind, ist jener der Entwicklungszusammenarbeit. Hier kommt den „neuen Partnerschaften“ nicht zuletzt auch eine Differenzierungsfunktion zu, indem Süd-Süd-Kooperation als Absage an die traditionelle Struktur der Entwicklungszusammenarbeit fungiert und qualitative Unterschiede zur klassischen Nord-Süd-Partnerschaft postuliert werden: Argumentiert werden diese Formen der Kooperation einerseits in Tradition historischer Solidaritätsbemühungen des Globalen Südens gegenüber dem Norden, vor allem aber handle es sich um horizontale Partnerschaften zwischen gleichberechtigten Akteur_innen auf Augenhöhe. Somit sei die Partnerschaft zwischen Staaten des Globalen Südens different von Nord-Süd-Beziehungen, die vertikale Machtverhältnisse und starre Dichotomien von Geber- und Empfängerländern produziere.

Jurek Seifert unterzieht in seiner Dissertation diese Rhetorik einer eingehenden Prüfung und widmet sich speziell der Forschungsfrage, ob Süd-Süd-Kooperationen – trotz bestehender (Macht-)Asymmetrien – als horizontal gewertet werden können. Dieses Unterfangen realisiert der Entwicklungsforscher anhand einer exemplarischen Fallstudie der Partnerschaft zwischen den beiden lusophonen Staaten Brasilien und Mosambik im Zeitraum 2003-2014, für die er auch eine Reihe an qualitativen Interviews mit Expert_innen aus Politik und EZA-Praxis. Theoretische und historische Einbettung erfährt diese Studie durch Kapitel zu Konzept und Geschichte von Süd-Süd-Partnerschaft bzw. eine normative Diskussion der notwendigen Voraussetzungen für Horizontalität in bilateralen Beziehungen. Die Antwort auf die eingangs formulierte Forschungsfrage fällt schließlich ambivalent aus und streicht insbesondere die Auswirkungen asymmetrischer Rahmenbedingungen bzw. Abhängigkeiten hervor. Der Erwartung, dass Süd-Süd-Partnerschaften die traditionelle Dichotomie aus „donor“ und „recipient“ zu überwinden helfe, schließt sich Seifert nicht an.

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