Cover des Buches

Klimawandel und Ethik
Jan Gehrmann et al. (Hrsg.)
Paderborn: Mentis, 2020. - 254 S.
ISBN 9783957431196

ÖFSE-Signatur:

27647

Klimawandel ; Ethik ; Aufsatzsammlung

Der Klimawandel wird nicht nur kommende Generationen massiv in ihren Lebensbedingungen beeinflussen – schon jetzt hat er empfindliche Auswirkungen auf die menschliche Existenz. Dementsprechend viel wird in unterschiedlichsten Disziplinen zu diesem Phänomen, seiner anthropogenen Genese, verschiedensten Konsequenzen und möglichen (v. a. technischen) Bewältigungsstrategien geforscht. Was aber kann nun die Philosophie zum Verständnis des Klimawandels beitragen? Im Gegensatz zu wissenschaftlichen, deskriptiv-analytischen Perspektiven auf den Klimawandel und seine konkreten Ausformungen vermag die Philosophie vor allem einen Beitrag zur Beantwortung normativer Fragestellungen zu leisten: Wie wollen bzw. sollen wir leben? Wer trägt die Verantwortung für den Klimawandel? Welche Mittel sind zur Bekämpfung der Dynamik moralisch vertretbar? Und wie kann intergenerationelle Gerechtigkeit hergestellt werden? Die Herausgeber_innen des vorliegenden Sammelbandes benennen insofern die Fähigkeit, nicht nur Lebensweisen und –bedingungen, sondern auch politisches und ethisches Denken an die Herausforderungen des Anthropozäns anzupassen, als entscheidendes Kriterium für eine zukunftsfähige Bewältigung des Klimawandels.

„Klimawandel und Ethik“ umfasst 8 Beiträge, die in zwei Abschnitte gegliedert sind. Während der erste Abschnitt vor allem „frühe“ Texte der Klimawandelforschung (etwa von John Broome oder Henry Shue) umfasst und ethische Perspektiven vorstellt, sind die späteren Beiträge eher der Politischen Philosophie zuzuordnen und befassen sich mit rezenten Fragestellungen. Diskutiert wird etwa, ob die bestehende Rechtsordnung den Herausforderungen des Anthropozäns (bspw. den Fluchtbewegungen von Klimavertriebenen) gewachsen ist, an anderer Stelle wiederum werden individualistische Narrative des Klimawandels problematisiert und stattdessen dessen kollektive Natur herausgestrichen. Betont wird freilich auch, dass ethische bzw. philosophische Beschäftigung mit dem Klimawandel zu sehr unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen kann. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, die Demokratie als Hindernis für die erfolgreiche und rasche Bewältigung der Herausforderungen zu betrachten. Ökologischen Eliten die alleinige Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel zu überlassen, sei eine zum Scheitern verurteilte Strategie, die letztlich bloß in autoritärer Herrschaftsausübung resultiere.

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