Cover des Buches

Saez, Emmanuel ; Zucman, Gabriel
Der Triumph der Ungerechtigkeit
Steuern und Ungleichheit im 21. Jahrhundert
Berlin: Suhrkamp, 2020. - 279 S.
ISBN 9783518429358

ÖFSE-Signatur:

27618

Einkommensverteilung ; Vermögensverteilung ; Vermögen ; Einkommensteuer ; Steuergerechtigkeit ; Steuerinzidenz ; Steuerwirkung ; Steuerrecht ; USA ; Steuerflucht ; Steuervermeidung 

Ultrareiche zahlen weniger Steuern als Lehrer_innen oder einfache Angestellte, die Einkommen der Arbeiter_innen stagnieren seit 1980 und die Lebenserwartung ist im Fallen begriffen. Das Steuersystem – als wichtigste Institution jeder Demokratie – habe versagt. Es sei kein Wunder, heben die beiden Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman an, dass die Auffassung in den USA weitverbreitet sei, die Wirtschaft würde nicht zum Wohle der Arbeiter_innenklasse und der Mittelschicht funktionieren. Weniger drastisch schätzen sie die Lage in Europa ein, doch auch hier sei längst ein Anstieg der Ungleichheit zu beobachten, der sich in Unmut und Protestbewegungen (genannt werden etwa der Brexit, die Gelbwesten-Bewegung oder der Aufstieg rechtsextremer Parteien) äußere. Steuerungerechtigkeit sei ein global verbreitetes Phänomen und in der Europäischen Union insbesondere deshalb manifest, da Steuerkonkurrenz quasi im Fundament der EU verankert sei: Während die Mobilität von Arbeit und Kapital garantiert werde, fehle eine gemeinsame Steuerpolitik – diese Kompetenzen verbleiben in nationaler Souveränität und verursachen einen ständigen Unterbietungswettbewerb, der Ungleichheit verschärfe und fatale gesellschaftliche Konsequenzen bedinge.

Die gute Nachricht überbringen Saez und Zucman gleich zu Beginn: „Globalisierung und moderne Technologie sind vereinbar mit Steuerprogressivität.“ In den Wortmeldungen mancher (ehemaliger) Bewerber_innen zur Präsidentschaftswahl 2020 in den USA erkennen die Ungleichheitsforscher erste Anzeichen, dass solche Positionen auch politisch durchsetzbar wären. Vor allem läge es an den großen Wirtschaftsmächten wie den USA, Deutschland oder Frankreich, eine Führungsrolle bei der Gestaltung eines neuen Steuersystems zu übernehmen: Diese Staaten gingen letztlich als Verlierer_innen aus dem Steuerwettbewerb hervor und müssten folgerichtig damit beginnen, ihre multinationalen Konzerne konsequent zu kontrollieren und zu besteuern. In ihrem Band „Der Triumph der Ungerechtigkeit“ beschäftigen sich Saez und Zucman schwerpunktmäßig mit den USA, die in den letzten 100 Jahren so umfassende steuerpolitische Kehrtwendungen vollzogen hätten, wie keine andere Nation und insofern ein illustratives Beispiel verschiedener fiskalischer Ansätze und ihrer weitreichenden Konsequenzen abgeben könnten. Im Rahmen dieses „Panoramas der Möglichkeiten“ werden unterschiedliche Ansätze und Modelle diskutiert, politische Konjunkturen nachgezeichnet und immer wieder alternative Strategien für eine progressive Steuerpolitik des 21. Jahrhunderts vorgestellt. All diese Szenarien unterfüttern sie mit statistischen Daten und deren Visualisierungen, die mit zusätzlichem Begleitmaterial auch auf ihrer Website taxjusticenow.org zugänglich sind.

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