Cover des Buches

Stiglitz, Joseph
Der Preis des Profits
Wir müssen den Kapitalismus vor sich selbst retten!
München: Siedler, 2020. - 368 S.
ISBN 9783827501363

ÖFSE-Signatur:

27600

 USA ; Ungleichheit ; Marktmacht ; Globalisierung ; Finanzmarkt ; Neoliberalismus ; Digitalisierung

Mit „Der Preis des Profits“ reagiert der US-amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Joseph auf beunruhigende Entwicklungen in den Vereinigten Staaten: Rapides Zunehmen der Ungleichheit, amoralisches Verhalten der Großkonzerne und stagnierender Lebensstandard würden zusätzlich verschärft durch den autoritären Kurs der Trump-Regierung, die fortwährend Angriffe auf zentrale Institutionen der Demokratie fahre. Die USA sei dabei kein Sonderfall, sondern letztlich nur ein besonders ausgeprägtes Beispiel einer Entwicklung, die sich auch in Europa vermehrt beobachten lasse.

Der erste Teil des Bandes stellt eine umfassende Bestandsaufnahme dar, die nicht unterschiedliche Probleme fokussiert, sondern deren Zusammenhänge hervorstreicht. So arbeitet Stiglitz etwa heraus, wie die Digitalisierung und neue Technologien die Dynamik bereits länger bestehender Probleme wie Informationsasymmetrien oder Arbeitslosigkeit verschärft. Den Finanzsektor wählt er, um das gesellschaftliche Verlustgeschäft einer rent-seeking economy und die daraus erwachsenden Konsequenzen für den Lebensstandard der Bevölkerung zu veranschaulichen sowie die trickle-down-Theorie als Irrglauben zu entlarven.

Nach der Diagnose der zahlreichen Herausforderungen und Fehlentwicklungen formuliert Stiglitz sein Programm eines ökonomischen Auswegs: Auf der Agenda steht dabei ein neuer Gesellschaftsvertrag, der das Verhältnis von Staat, Zivilgesellschaft und Markt wieder in ein gesundes Gleichgewicht rücken soll. Der Autor betont dabei explizit, dass es sich dabei nicht um eine Neuerfindung des Rades handle, sondern dieses Gleichgewicht lange Zeit als selbstverständlich galt und etwa unter dem Titel des Wohlfahrtsstaats oder des progressiven Kapitalismus angestrebt worden war. Stiglitz diskutiert in der Folge konkrete Handlungsoptionen und befasst sich insbesondere mit den Herausforderungen der Transformation in die postindustrielle Gesellschaft. Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) erachtet er jedoch nicht als geeignetes Instrument, da er die hohe emotionale und lebensstrukturierende Bedeutung der Erwerbstätigkeit in diesem Konzept nicht abgebildet sieht.

„Der Preis des Profits“ macht neoliberale Doktrinen und Marktgläubigkeit für die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte verantwortlich und streicht in seinem Gegenentwurf heraus, was kollektive Handeln und starke staatliche, demokratische Strukturen zu bewirken imstande wäre.

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