Cover des Buches

Fazal, Tanisha M
[Kein] Recht im Krieg?
nicht intendierte Folgen der völkerrechtlichen Regelung bewaffneter Konflikte
Hamburg: Hamburger Edition, 2019. - 418 S.
ISBN 9783868543339

ÖFSE-Signatur:

27599

Kriegsrecht ; Völkerrecht

Die Politikwissenschaftlerin Fazal beschreibt eine paradoxe Situation, die sich seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts herausgebildet hat: Die Genfer Konventionen (1949) legten den Grundstein für eine zunehmend striktere und detailreichere Regelung des humanitären Völkerrechts. Gleichzeitig kann seither beobachtet werden, dass immer weniger gewaltsame Auseinandersetzungen als Kriege designiert werden. Kriegsführende Mächte suchen Umwege: Sie bezeichnen ihre Aktionen als „Aufstandsbekämpfungen“, „Polizeiaktionen“ oder „Kampf gegen Terror“. Den Begriff Krieg, der sie an „ius ad bellum“ und „ius in bello“ binden würde, sparen sie strategisch aus. Verschärft wird die Problemlage dadurch, dass Kriegsrecht von Vertreter_innen humanitärer NROs ausverhandelt und gestaltet wird und kriegsführende Parteien in sinkendem Maß involviert sind. Auf Basis dieser Beobachtungen erstellt Fazal die Hypothese, dass der zunehmend ausdifferenzierte Gesetzeskörper genau durch diese Eigenschaft an Schlagkraft verliert. Humanitäres Völkerrecht wird lieber gänzlich umgangen, als dass kriegsführende Parteien ihr Vorgehen mit seinen Einschränkungen abstimmen.

Abseits ihrer provokanten These bietet Fazals Monografie viel Fachwissen und analytische Aufbereitung des Feldes: Sie bringt einen historischen Abriss der Entwicklung des humanitären Völkerrechts seit 1899; nutzt Datenanalyse und empirische Fallstudien, um Erklärungen für die sinkende Zahl an Kriegserklärungen einerseits und Friedensverträgen andererseits zu finden; sie misst die Einhaltung des Kriegsrechts; und schließlich legt sie einen zusätzlichen Fokus auf sezessionistische Rebellengruppen und deren Verhalten in Bürgerkriegen.

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