Cover des Buches

Pistor, Katharina
Der Code des Kapitals
wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft
Berlin: Suhrkamp, 2020. - 439 S.
ISBN 9783518587607

ÖFSE-Signatur:

27805

Kapital ; Systemkritik ; Profit ; Einkommensverteilung ; Rechtsanwalt ; Justiz ; Recht ; Rechtssystem ; Kapitalmarkt ; Legislative ; Finanzkrise ; Arbeit ; Ungleichheit ; Internationale Finanzpolitik

Die Juristin Katharina Pistor beschäftigt sich im vorliegenden Band mit der Schöpfung des Kapitals und verweist auf die essenzielle Rolle des Rechts, welches die Umwandlung von Gütern in Kapital erst ermögliche. Pistors Zentralbegriff ist dabei jener der „Codierung“ des Kapitals, mit dem sie die juristische Kleidung bestimmter Assets in rechtliche Module (sie nennt hier etwa Vertrags-, Eigentums-, Kreditsicherungs-, Trust-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht), wodurch diese mit der Fähigkeit ausgestattet würden, privaten Reichtum zu schützen und zu vermehren. „Es gibt kein Kapital ohne Recht, denn nur das Recht kann Vermögenswerte mit Priorität, Beständigkeit, Konvertibilität und Universalität ausstatten und damit seine Inhaber privilegieren. Der Kapitalismus existiert, weil moderne Rechtssysteme auf und um individuelle subjektive Rechte aufgebaut sind und den Staat in den Dienst des Schutzes dieser Rechte stellen.“ Die Autorin skizziert anschaulich die konkreten Codierungsmechanismen unterschiedlicher Vermögenswerte (etwa Schulden oder Grund und Boden) und zeigt, wie die Schaffung des Kapitals Reichtum anhäuft und Ungleichheiten zementiert. Prinzipiell erachtet Pistor das Recht als ein „mächtiges Werkzeug für die Ordnung des Sozialen“, das – richtig eingesetzt – einem großen Spektrum gesellschaftlicher Ziele dienen könnte. Gegenwärtig diene das Recht aber nicht der Allgemeinheit, sondern verpflichte sich dem Kapital. Pistor formuliert angesichts dieses Missstandes eine Reihe an Änderungsvorschlägen, die keine Eliminierung des Rechts, sondern dessen Transformation vorsehen. Allesamt zielen diese Lösungsansätze auf die Rückgewinnung der Kontrolle über den entfesselten Kapitalismus und die Schaffung transparenter, demokratischer Institutionen ab.

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