Cover des Buches

Krüger, Stephan
Grundeigentum, Bodenrente und die Ressourcen der Erde
die Relativierung der Knappheit und Umrisse eines linken Green New Deal
Hamburg: VSA, 2020. - 408 S.
ISBN 9783964880765

ÖFSE-Signatur:

27806

Grundeigentum ; Bodenrecht ; Pacht ; Extraktive Industrien ; Kapitalismuskritik ; Immobilien ; Wohnungspolitik ; Eigentumspolitik ; Ressourcenökonomie ; Sozio-ökonomischer Wandel ; Deutschland BRD ; Europa

Der Soziologe und Ökonom Stephan Krüger beschäftigt sich im vorliegenden Band mit Grund und Boden bzw. deren Charakteristikum als endliche Ressource. Dabei zeichnet er eingangs die Entwicklung des Privateigentums nach: Nach dem Ende gemeinschaftlicher Formen des Grundeigentums im „naturwüchsigen Gemeinwesen“ (vgl. Karl Marx) sei das Privateigentum und die damit einhergehende Exklusion anderer Individuen zur Grundlage ökonomischer Inwertsetzung von Grund und Boden geworden. In der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft stelle solch privates Eigentum als Grund- oder Bodenrente eine spezielle Form leistungslosen Einkommens dar. Krüger analysiert in der Folge eine Reihe unterschiedlicher Formen der Bodenrente (etwa Land- und Forstwirtschaft oder extraktive Industrien) und streicht deren Bedeutung für (internationale) Entwicklung und die Veränderung von Einkommens- sowie Ressourcenungleichheiten hervor. Anschließend adressiert er die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und den Einfluss menschengemachter Entwicklungen auf die Umwelt, welche auf die Bodennutzung und die Produktion insgesamt zurückwirken. Angesichts einer sich abzeichnenden Perspektive, wonach Knappheiten materieller Güter überwunden werden könnten, lasse sich eine durchaus optimistische Zukunftsprognose treffen. Zwar stellen Grund und Boden langfristig die einzig verbleibenden natürlichen Ressourcen dar, die nicht vermehrt werden können, dies gelte jedoch nicht im selben Maße für die aus ihnen gewinnbaren Substanzen. Effizienzsteigerung, Schließung der Stoffkreisläufe und forcierte Dekarbonisierung könnten eine sozial-ökologische Transformation bewirken, die das Verhältnis von Mensch und Natur auf eine qualitativ höhere Stufe hebe. Zentrale Voraussetzung hierfür sei jedoch eine Überwindung der für die kapitalistische Produktionsweise charakteristischen Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen zugunsten einer neuen Form gesellschaftlicher Produktionsprozesse. Dass diese Ideen die engen Systemgrenzen und Vorstellungen des Kapitalismus sprengen, steht für Krüger freilich außer Frage. In marxistischer Theorietradition argumentierend diskutiert er Entwürfe eines „Green New Deal“ und skizziert Potenziale einer nachhaltigen Ressourcennutzung bzw. den Einfluss der Bodenrente auf Ressourcenallokation und Kapitalakkumulation in unterschiedlich entwickelten Regionen des Globalen Nordens und Südens. Als langfristige Perspektive scheint ihm ein Gemeinbesitz an Grund und Boden wünschenswert, durch dessen Erträge etwa auch ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden könnte.

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