Cover des Buches

Owuor, Yvonne Adhiambo
Das Meer der Libellen
Köln: DuMont, 2020. - 608 S.
ISBN 9783832181147

ÖFSE-Signatur:

AF-OWU-02

Kolonialismus ; Emanzipation ; Bildungsroman ; Kenia ; China

Bot in Yvonne Adhiambo Owuors Debütroman „Der Ort, an dem die Reise endet“ (im Original „Dust“, 2013) der Norden Kenias einen räumlichen Schauplatz der Handlung, so ist es diesmal der im Osten an das Land grenzende Ozean bzw. die dem Festland vorgelagerte Insel Pate. Wieder erzählt die Autorin eine Familiengeschichte, deren politische Dimension diesmal jedoch über das ostafrikanische Land hinausreicht: Globale Verwerfungen, religiöser Extremismus, Piraterie und Chinas Einfluss in Afrika werden in diesem Coming-of-Age-Roman en passant thematisiert. Protagonistin des Romans ist die junge Ayaana, deren unkonventionelle Familiensituation in der konservativen Gesellschaft einer kleinen Insel auf Unverständnis trifft. Verträumt und mit sturem Eigensinn sucht das junge Mädchen nach ihrem Platz in der Welt. Heimlicher „actor in a supporting role“ ist dabei der poetisch visualisierte Indische Ozean, der Ayaana nicht nur eskapistische Projektionsflächen bietet, sondern im weiteren Verlauf auch ganz reell eine Fluchtperspektive eröffnet. Als Nachfahrin eines vor Jahrhunderten auf Pate gestrandeten chinesischen Admirals nutzt sie die Möglichkeit, der Beengtheit auf Pate zu entkommen und in China zu studieren. Eine verworrene Reise beginnt, auf der sich die Kenianerin Fragen von Herkunft, Tradition und Identität stellen muss. „Das Meer der Libellen“ ist ein Entwicklungsroman, der Globalgeschichte und aktuelle politische Dynamiken mittels individueller Biografien zu vermitteln weiß. Daneben ist er aber auch eine Liebeserklärung an das Meer: Im Stile des magischen Realismus lässt Owuors neuer Band die Brandung zwischen Afrika und Asien wogen.

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