Cover des Buches

Does religion make a difference?
Religious NGOs in international development collaboration (Religion – Wirtschaft – Politik ; 20)
Andreas Heuser et al. (Hrsg.)
Baden-Baden: Nomos, 2020. - 364 S.
ISBN 9783848767069

ÖFSE-Signatur:

27773

Internationale Kooperation ; Nichtstaatliche Organisation ; Religiöse Organisation ; Aufsatzsammlung

Die Herausgeber_innen des vorliegenden Sammelbandes stellen eine ambivalente Rolle religiöser NGOs (RNGOs) im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit fest: Zwar gäbe es eine Vielzahl an Akteur_innen mit religiösem Hintergrund, die als wichtige Partner_innen erachtet werden, in der Entwicklungsforschung spiegle sich deren Relevanz bislang aber kaum wieder. Erst seit den späten 1990er-Jahren sei zunehmend eine zögerliche Berücksichtigung des lange marginalisierten Aspekts „Religion“ zu beobachten, welche die Herausgeber_innen als „quiet revolution“ in einer postsäkularen Gesellschaft bezeichnen. Die Diagnose eines tatsächlichen „religious turn“, wie sie im akademischen Diskurs der letzten Jahre mitunter nahegelegt wurde, halten sie jedoch für mindestens verfrüht, wenn nicht sogar irreführend. So verweise etwa die fehlende Erwähnung von Religion in den Sustainable Development Goals (SDGs) auf die ambivalente Position der RNGOs im Feld der Entwicklungspolitik. „Does Religion Make a Difference“ plädiert insofern dafür, in der Beschäftigung mit RNGOs deren Ambiguität und Heterogenität zu berücksichtigen. Zwar würden RNGOs zahlreiche Charakteristika, Vor- und Nachteile mit konventionellen NGOs teilen. Gleichzeitig wiesen RNGOs durchaus distinktive Merkmale und Praktiken auf: Vielfach seien diese lokal verwurzelt und basisorientiert, könnten auf historische (freilich nicht immer unbelastete) Beziehungen und ein religiöses Netzwerk aufbauen. Gleichzeitig werde ihnen häufig Misstrauen und Skepsis entgegengebracht, die sich auf normative Werte, hierarchische Gefälle oder eine vermutete missionarische/proselytische Agenda beziehen. Zu berücksichtigen sei fernerhin das Verhältnis von religiöser Motivation und säkularem Arbeitsfeld. Die Beiträge des Sammelbandes beschäftigen sich exemplarisch mit konkreten RNGOs aus dem Bereich der großen Weltreligionen, interessieren sich für die Bedeutung von Religion in Entwicklungsdiskursen, analysieren Identitätsbildungsprozesse oder fragen danach, welchen spezifischen Beitrag RNGOs in der Entwicklungszusammenarbeit leisten könnten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Agenda 2030 und den Aktivitäten von RNGOs im Bereich spezifischer Entwicklungsziele. Deutlich wird in diesem Sammelband die Hybridität und Distinktion der vorgestellten Akteur_innen, die sich in Spannungsverhältnissen von Lokalem und Globalem sowie Religiösem und Säkularem befinden.

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