Cover des Buches

Engagement und Verantwortung der Zivilgesellschaft in der Entwicklungszusammenarbeit
(Weltwirtschaft und internationale Zusammenarbeit ; 23)
Sangmeister, Hartmut et al. (Hrsg.)
Baden-Baden: Nomos, 2020. - 221 S.
ISBN 9783848763917

ÖFSE-Signatur:

27616

Entwicklungszusammenarbeit ; Zivilgesellschaft ; Aufsatzsammlung

Diskussionen zur Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit stellen diese vielfach infrage, verschiedenste beteiligte Akteur_innen zweifeln an der Tauglichkeit der Instrumente, Strukturen und Strategien. Die Entwicklungspolitik als Ganzes steht unter stärkerem Rechtfertigungsdruck und muss beweisen, dass sie in der Lage ist, auch auf neue Herausforderungen adäquate Antworten zu finden. Kritik kommt dabei nicht nur aus den Partnerländern des Globalen Südens, sondern wird vielstimmig artikuliert und umfasst radikal ablehnende Positionen ebenso wie konstruktive Verbesserungsvorschläge oder Skepsis an der Wirksamkeit der Zusammenarbeit. In der jüngeren Vergangenheit wurden vermehrt zivilgesellschaftliche Akteur_innen (etwa NGOs) zur Zielscheibe der Kritik und nicht selten auch durch staatliche Repressionen in ihrer Arbeit behindert. Mit dieser multiplen Problemlage der Entwicklungspolitik unter besonderer Berücksichtigung der Zivilgesellschaft beschäftigte sich 2019 eine interdisziplinäre Tagung unter dem Titel „Entwicklungszusammenarbeit: Engagement und globale Verantwortung der Zivilgesellschaft“. Der vorliegende Band versammelt die überarbeiteten Tagungsbeiträge und nähert sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.

Im Zentrum steht dabei die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, denn gerade diese kennzeichnet ein pluralistisches Mit- und Nebeneinander von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur_innen. Deren Arbeit findet dabei unter sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen statt und verfolgt mitunter gegensätzliche Interessen. Im besten Fall stellen zivilgesellschaftliche Akteur_innen ein Korrektiv von staatlichen Fehlentwicklungen dar, gleichzeitig erfordert ihr Wirken und Auftreten jedoch stets auch eine kritische Selbstreflexion. Ein Einführungsbeitrag identifiziert wesentliche Veränderungen im entwicklungspolitischen System seit 2010, benennt politische Inkongruenzen und deren Auswirkungen, bevor aus holistischer Perspektive argumentierend strategische Handlungsoptionen und schiere Nezessitäten erläutert werden. Die darauf folgenden Beiträge befassen sich etwa mit dem Agenda-setting in der Entwicklungspolitik und strukturellen Fragen nach Synergien, Konflikten und Abhängigkeiten. Diskutiert wird weiters die Gratwanderung zwischen Kooperation und Konfrontation, als auch der rezente Trend zur Finanzialisierung der Entwicklungszusammenarbeit. Vorgestellt werden außerdem konkrete Akteur_innen und Initiativen wie private Stiftungen, das entwicklungspolitische Engagement migrantischer Communities und Diasporas oder der „Social Hackathon“. Der Beschränkung des Handlungsspielraums von NGOs („shrinking space“) widmet sich abschließend ein Beitrag am Beispiel Subsahara-Afrikas und betont die Notwendigkeit zivilgesellschaftlicher Partizipation für das Gelingen gesellschaftlicher Transformation.

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