Cover des Buches

Werthmann, Katja
Enklaven
(Dialektik des Globalen - Kernbegriffe ; 10)
Oldenbourg: De Gruyter, 2020. - 31 S.
ISBN 9783110641752

ÖFSE-Signatur:

27568

Enklave ; Raumordnung ; Extraktive Industrien ; Demokratische Republik Kongo

Enklaven stellen Entitäten dar, die sozial, politisch, wirtschaftlich oder geografisch von den sie umschließenden Räumen isoliert sind. Vorstellbar sind darunter etwa Territorien wie Lesotho, sozialräumliche Segretationen („Ghettos“, „gated communities“) oder urbane Enklavenökonomien ethnischer Communities. Durch den global expandierenden Kapitalismus scheint die Dynamik der Enklavenbildung stetig weiter intensiviert zu werden und insbesondere im Umfeld bestimmter Ressourcen vermehrt aufzutreten. Katja Werthmann stellt die Forschungsergebnisse eines Sonderforschungsbereichs „Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen“ mit Fokus auf extraktive Industrien in Subsahara-Afrika vor und formuliert die These, dass in rohstoffreichen Ländern durch transnationalisierte Wertschöpfungsketten und staatliche Rentenökonomien spezielle Raumformate wie etwa die Enklave prominent hervorgebracht würden. Enklaven in der extraktiven Wirtschaft zeichnen sich dabei insbesondere durch ihre geringe Anbindung an den sie umgebenden Raum aus: Sie bedingen kaum Wertschöpfungsketten im Land der Rohstoffförderung, greifen vorrangig auf internationales Personal zurück und errichten nur selten öffentlich zugängliche Infrastrukturen. Dennoch haben sie weitreichende (vor allem ökologische und soziale) Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft. Dabei grenzt Werthmann die extraktiven Enklaven in Bergbaugebieten deutlich gegenüber den räumlich besonders exponierten Formaten wie den Plattformen der Offshore-Ölförderung ab. Die Autorin diskutiert anschließend den Rohstoff-Fluch und befasst sich insbesondere mit Enklavenbildung in Burkina Faso und Tansania. Sie skizziert das Verhältnis der Enklave zu ihrem Umland, benennt unterschiedliche Interessen und Akteure. Der Abschottung extraktiver Räume könne insbesondere durch transnationale Vernetzung der Zivilgesellschaft begegnet werden, formuliert sie eine Handlungsperspektive. Resümierend hält sie fest, dass auch in Regionen mit starker Tendenz zur Enklavenbildung andere Raumformate wie der Nationalstaat oder die Gemeinde keineswegs ersetzt würden. Stattdessen würden sich unterschiedliche Formen der Koexistenz, Kooperation und Konkurrenz ergeben, durch die neue Souveränitätsregime entstehen können.

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