Cover des Buches

Schlottmann, Antje ; Wintzer, Jeannine
Weltbildwechsel
Ideengeschichten geographischen Denkens und Handelns
Bern: Haupt, 2019. - 405 S.
ISBN 9783825252182

ÖFSE-Signatur:

27590

Geografie ; Paradigma ; Handbuch

Im Kontext der Geografie bedeuten Weltbilder jene durchaus heterogenen Perspektiven auf Raum, die stets in spezifische Wertvorstellungen, Normen und historische Kontexte eingebettet sind. Sie sind Produkte des Denkens und Handelns von Geograf_innen unter Rückgriff auf bereits etablierte Vorstellungen von Raum, gleichzeitig stellen sie wiederum die Voraussetzung für das Denken und Handeln anderer Personen dar. Weltbilder können sich gesellschaftlich oder kulturell unterscheiden, parallel existieren, lediglich kurzfristig Gültigkeit erlangen oder aber Jahrhunderte überdauern. Eine Beschäftigung mit ihnen ist solcherart vor allem auch eine Auseinandersetzung mit der Wissenschaftsgeschichte.

Die beiden Geografinnen Antje Schlottmann und Jeannine Wintzer verhandeln in dem Band „Weltbildwechsel“ die Geschichte ihrer hybriden Disziplin, die weder ausschließlich Natur- noch Sozialwissenschaft ist. Sie fragen danach, wie geografisches Wissen entsteht, unser Denken und Handeln strukturiert, vermittelt und instrumentalisiert wird. Ihr Unterfangen gerät dabei nicht zu einer rein ideengeschichtlich operierenden Anthologie, sondern erzählt stets von den gesellschaftlichen und politischen Implikationen geografischer Weltbilder. Diskutiert werden etwa jene geografischen Perspektiven, die in Prozessen von Eurozentrismus, kolonialer Expansion oder geopolitischen Konflikten in Wert gesetzt werden. Andernorts wiederum beschäftigen sich die beiden Autor_innen mit den Paradigmenwechseln der Entwicklungsforschung und reflektieren kritisch (neo-)koloniale und eurozentrische Wissenssysteme. „Weltbildwechsel“ rekonstruiert somit historische Perspektiven ebenso, wie es aktuelle Diskurse einzuordnen und zu diskutieren vermag. Vor allem aber schafft es Bewusstsein für die Vielfalt geografischer Praktiken und den Horizont sowie die Limitationen des eigenen Weltbildes.

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