Cover des Buches

Rifkin, Jeremy
Der globale Green New Deal
warum die fossil befeuerte Zivilisation um 2028 kollabiert - und ein kühner ökonomischer Plan das Leben auf der Erde retten kann
Frankfurt/Main: Campus, 2019. - 319 S.
ISBN 9783593511351

ÖFSE-Signatur:

27585

Klimaänderung ; Alternative Wirtschaftspolitik ; Infrastrukturpolitik ; Energiewirtschaft ; Pensionsfonds

Das Ende der fossil befeuerten Zivilisation ist längst absehbar, Jeremy Rifkin legt sich auf ein konkretes Datum fest: Spätestens 2028 droht der Kollaps des fossilen Energiemarktes, mit dem gestrandete Anlagenwerte in Billionenhöhe verbunden wären. Dem Ökonomen und Regierungsberater ist aber nicht an der Repetition bekannter Szenarien der ausweglosen Apokalypse gelegen, er erkennt vielmehr eine gegenwärtig nicht ungünstige Konstellation für die Transformation: Die junge Bevölkerung trägt ihren Protest gegen den Stillstand der Politik auf die Straßen, Anleger_innen und Großkonzerne ziehen aus Furcht vor stranded assets zunehmend Kapital aus fossilen Energieträgern ab und entdecken nachhaltigere Marktprodukte für sich. Gelingen könnte eine Wende in der notwendigen Größenordnung durch einen Green New Deal, also einen umfassenden Reformplan zum Umbau von Wirtschaftssystem und Gesellschaft. Rifkin wähnt breite Teile der US-amerikanischen Bevölkerung unterstützend hinter einem solchen Unterfangen, attestiert den gegenwärtig in Washington regierenden politischen Eliten jedoch kaum Interesse an dieser drängenden Frage. Stattdessen skizziert er die bereits erfolgten Bemühungen anderer Staaten und artikuliert die Hoffnung, die Vereinigten Staaten mögen ähnliche Anstrengungen zeitnah beginnen.

Insbesondere sieht Rifkin in der Bundesrepublik Deutschland, für deren Bundesregierungen er wiederholt als Berater tätig war, den sprichwörtlichen „canary in a coal mine“, dessen Pioniererfahrung für die Weltgemeinschaft von hoher Bedeutung seien. Darüber, ob die deutschen Transformationsprozesse tatsächlich von „atemberaubendem Tempo“ sind, lässt sich wohl ebenso trefflich streiten, wie über Marktgläubigkeit des Autors, denn die dadurch bedingten Widersprüchlichkeiten zu gesellschaftlichen Transformationspolitiken lassen sich nicht immer zufriedenstellend auflösen. Zudem liegt Rifkins Fokus deutlich auf den großen Industriestaaten des Globalen Nordens, in denen er selbst tätig war und Erfahrungen sammeln konnte, von denen er in diesem Band berichtet. Der Mehrwert von „Der Globale Green New Deal“ liegt schlussendlich jedoch nicht im Anekdotischen, sondern in der Erarbeitung konkreter Vorschläge und in der Skizzierung einer zu erstrebenden „Commons-Governance“, die sich durch Engagement des gesamten Gemeinwesens auszeichnet. Rifkin bietet in seinem Programm somit nicht nur abstrakte Forderungen, sondern formuliert auch möglich Strategien und Perspektiven einer ökologischen Wende. Wie global ein „Global Green New Deal“, der sich nur sehr peripher dem Globalen Süden widmet, tatsächlich sein kann, bleibt allerdings abzuwarten.

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