Cover des Buches

Bentrovato, Denise
Learning to Live Together in Africa through History Education
An Analysis of School Curricula and Stakeholders' Perspectives (Eckert. Expertise ; Band 8)
Göttingen: V&R unipress, 2017. - 91 S.
ISBN 9783847108047

ÖFSE-Signatur:

27320

Bentrovato ist Mitbegründerin und Co-Direktorin der African Association for History Education. Die Studie ist Teil ihres Ziels, den Geschichtsunterricht in Afrika zu verbessern und dadurch Friede und sozialen Zusammenhalt über den Kontinent hinweg zu befördern. Dabei baut die Arbeitsgruppe, die hinter dem transnationalen Projekt steht, auf der Überzeugung auf, dass nicht-kognitive Aspekte des Lernens ebenso relevant sind wie traditionelle Elemente. Das heißt, Lernen, miteinander zu leben und zu sein, soll genauso viel Raum einnehmen wie das Lernen von Fakten- und Methodenwissen.
Mit diesen Maximen gerüstet wurden Curricula verschiedener afrikanischer Staaten untersucht und Perspektiven unterschiedlicher Stakeholder eingeholt. In der Zusammenschau dieser Daten konnte die Studie einige allgemeine Trends ausmachen: So vollzieht sich etwa eine Wende weg von eurozentrischen Inhalten hin zu afrikanischen Perspektiven. Außerdem kann ein Anwachsen von aktiver und kritischer Pädagogik beobachtet werden. Gleichzeitig besteht aber auch ein genereller Mangel an adäquaten Lernunterlagen und der Unterricht ist vielerorts noch stark textbuchzentriert. Als besonders bedauerlich schätzt Bentrovato die Entwicklung ein, dass einem eigenständigen Geschichtsunterricht immer weniger Zeit und Ressourcen gewidmet werden. Stattdessen geht er in anderen Disziplinen wie den Sozialwissenschaften auf. Eine Pilotstudie im Zuge ihrer Forschungsarbeit veranschaulicht aber, dass Schüler_innen das Fach Geschichte als interessant und wertvoll einschätzen, besonders bei fortschrittlicher Aufbereitung. Für einen flächendeckend erfolgreichen Geschichtsunterricht bedarf es allerdings der Überwindung einiger Hürden – hierfür bietet die Conclusio der Studie eine ausführliche Liste von Empfehlungen. Je nachdem wie Geschichte unterrichtet wird, kann sie nun mal als Hindernis für ein friedliches Miteinander oder aber als Motor von Frieden und Demokratie fungieren. Es lohnt sich also, in solche Lerneinheiten zu investieren, denn der Mehrwert reicht weit über das Klassenzimmer hinaus.

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