Cover des Buches

Mende, Janne
Der Universalismus der Menschenrechte
München: UVK, 2021. - 245 S.
ISBN 9783825255572

ÖFSE-Signatur:

28012

Menschenrechte : Universalismus ; Kritik

Der universelle Anspruch der Menschenrechte stellt die Grundlage für die Verwirklichung dieser Rechte für alle dar. Dieser Universalismus wird, leitet die Politikwissenschaftlerin Janne Mende den vorliegenden Band ein, widersprüchlich rezipiert: „Einerseits gelten Menschenrechte als universell anerkannt und etabliert. Zumindest formal gibt es einen internationalen Konsens darüber, dass Menschenrechte eine normative Zielvorstellung bilden (…). Andererseits bildet der Universalismus der Menschenrechte immer wieder den Gegenstand von Kritik und Kontroversen.“ Mendes Forschungsinteresse bezieht sich demnach auf die Analyse der unterschiedlichen Kritiklinien, von der ausgehend in einer produktiven Lesart der Universalismus der Menschenrechte weiterentwickelt werden soll, um eine tatsächlich universale Gültigkeit entfalten zu können. Nach einer grundlegen Einführung in das internationale Menschenrechtsregime diskutiert die Autorin konkret vier dominante Kritiklinien am Universalismus der Menschenrechte: Postkoloniale Kritik setzt am westlichen, eurozentrischen Verständnis von Menschenrechten an, während kulturrelativistische sich auf den abstrakten Universalismus der Menschenrechte bezieht. Kollektivrechtliche Kritik problematisiert den individualistischen Charakter des Menschenrechtsuniversalismus und sieht durch diesen Gruppenrechte von Kollektiven, Gemeinschaften, Kulturen bedroht. Feministische Kritik bezieht sich als vierte dominante Kritiklinie auf androzentrische Konzeptionen von Menschenrechten und die Trennung zwischen öffentlicher und privater Sphäre, kritisiert aber auch Exklusionsmechanismen der Partikularismen der zuvor genannten Kritiklinien. In einem abschließenden Kapitel führt Mende die Erkenntnisse in einem vorgeschlagenen „vermittelten Universalismus“ zusammen, um produktiv mit Widersprüchen umzugehen und normative Vorannahmen offenzulegen: „Der Universalismus der Menschenrechte wird seinem eigenen Anspruch nur dann gerecht, wenn er in der Lage ist, Partikularitäten und Differenzen zu berücksichtigen und damit auch auf seine eigene Partikularität zu reflektieren. Auch die dem Universalismus der Menschenrechte zugrundeliegenden Ideen stammen aus spezifischen Kontexten und beruhen auf bestimmten Vorstellungen von Mensch, Individuum, Familie, Kultur und Staat. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, eine Balance zu finden zwischen dem universellen Anspruch der Menschenrechte einerseits und der Berücksichtigung von Kontext, Partikularität und historischen Veränderungen sowie der Offenheit gegenüber Kritik und anderen Perspektiven andererseits.

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