Cover des Buches

Linne, Karsten
Die Bruderschaft der "Entwickler"
zur Etablierung der Entwicklungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1956 bis 1974
Göttingen: Wallstein, 2021. - 648 S.
ISBN 9783835339774

ÖFSE-Signatur:

28018

Entwicklungspolitik ; Deutschland <Bundesrepublik> ; Geschichte

Mit der Flucht- und Migrationsbewegung im Jahr 2015 rückte in Deutschland die Frage, inwiefern Entwicklungspolitik* solche Krisen zukünftig verhindern kann, ins Zentrum der öffentlichen Diskussion. So forderte der deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller im Rahmen des G20-Gipfes 2017 in Hamburg einen „neuen Marshallplan“ für Afrika. Von dieser Forderung ausgehend beleuchtet der Sozialwissenschaftler Karsten Linne von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur in seinem dritten Buch die Genese der deutschen Entwicklungspolitik im Zeitraum von 1956, mit dem Aufkommen des Politikfeldes in den internationalen Beziehungen, bis 1973/74, als die Konsolidierung desselben weitgehend abgeschlossen war. Linne nimmt dafür das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über einen akteurszentrierten Ansatz in den Blick, wobei er die aufschlussreiche Verbindung zum Begriff der Generation herstellt, um gesellschaftliche Kollektivierung und Biographie der einzelnen Akteur*innen in ihrem Selbstverständnis, ihrer Ideologie und ihrer Motivation zusammenzudenken. Neben dem BMZ wird die Rolle seiner Vorfeldorganisationen und relevante zivilgesellschaftliche Gruppen, wie die Kirche, Parteien, NGOs, Student*innen- und Solidaritätsbewegungen und Gewerkschaften, dargestellt. Linne schafft damit eine umfassende historische Darstellung der Entwicklungspolitik in Deutschland im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit ihren Akteur*innen, die in ihrem Denken und Handeln nicht zuletzt vielfach (post-)nationalsozialistisch geprägt waren, um schlussendlich an den Anfang seines Buches zurückzukehren und im Kontext des Flucht- und Migrationsdruckes aus dem Globalen Süden für eine Entwicklungszusammenarbeit im eigentlichen Sinn zu plädieren.

*Einleitend unterzieht der Autor historisch gewachsenen Begrifflichkeiten wie diesem einer kritischen Betrachtung und Verwendungserklärung.

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