Cover des Buches

Kogoj, Cornelia ; Kravagna, Christian
Das amerikanische Museum
Sklaverei, Schwarze Geschichte und der Kampf um Gerechtigkeit in Museen der Südstaaten
Wien [u.a.]: Mandelbaum Verlag, 2019. - 267 S.
ISBN 9783854765899

ÖFSE-Signatur:

27370

Das Forschungsteam, das hinter dieser Studie steht, hat auf vier Reisen durch den US-amerikanischen Süden die Museumslandschaft auf ihre Repräsentation Schwarzer Geschichte hin untersucht. Im allgemeinen Bewusstsein von Afroamerikaner_innen werden Museen immer noch überwiegend als weiße Institutionen wahrgenommen. Das zeigt sich nicht zuletzt an deren geringen Anteil an den Besucherzahlen. Ausstellungen sind seit jeher umkämpfte Orte, da sie Deutungshoheit vergeben und politische Agenden transportieren. Sind sie vornehmlich in weißen Händen, verstärkt das ein gesellschaftliches Ungleichgewicht.
In diesem Sinne wenden sich Kogoj und Kravagna gegen die Idee, man befände sich seit der Obama-Administration in einer post-racial society. Sie betonen hingegen, dass die Schaffung eines historischen Bewusstseins, welches die Schwarze Bevölkerung angemessen inkludiert, eine politische Notwendigkeit darstelle. Verdeutlicht wird das durch einen Kurzabriss über die Schwarze amerikanische Geschichte – von den Anfängen der Sklaverei, deren Ende, der Jim-Crow-Ära bis hin zur Black-Lives-Matter-Bewegung. Der historische Exkurs führt vor Augen, wie Rassismus und Rassendiskurs einen langen Schatten auf die US-amerikanische Gesellschaft werfen. All das kann nicht einfach als vergessen und vergeben abgetan werden, sondern die Themen müssen aktive Aufarbeitung erfahren.
Innerhalb dieses breiten gesellschaftspolitischen Feldes ist das spezifische Erkenntnisinteresse des vorliegenden Buches, die Bedeutung von Museen für das kollektive Gedächtnis zu erkunden. Dafür werden zwei gesonderte Aspekte untersucht: Einerseits werden asymmetrische Beziehungen zwischen weißen und Schwarzen Bevölkerungsgruppen in der Museumspräsentation in den Blick genommen. Andererseits werden antagonistische Beziehungen zwischen Geschichtsbildern und Missionen weißer und Schwarzer Museen erhoben. Insgesamt ist so ein Buch entstanden, das repräsentationskritische Auseinandersetzung mit rassistischen Stereotypen in den Fokus der Museumsarbeit rückt. Während dergleichen in publizistischen und aktivistischen Kreisen seit den 1990ern üblich ist, gibt es in der musealen Praxis noch reichlich unausgeschöpftes Potenzial. Das Buch schließt mit dem Beispiel eines kleinen Museums in Hampton, Virginia, welches als Prototyp eines aktiven und kritischen amerikanischen Museums voranschreitet.

 

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