Cover des Buches

Oermann, Nils Ole ; Wolff, Hans-Jürgen
Wirtschaftskriege
Geschichte und Gegenwart
Freiburg [u.a.]: Herder, 2019. - 271 S.
ISBN 9783451384202

ÖFSE-Signatur

27383

Der Begriff Wirtschaftskrieg begegnet uns nahezu täglich, sei es in internationalen Schlagzeilen, Tweets, oder politische Reden. Die zwei Autoren Oermann und Wolff interpretieren diese Omnipräsenz als klares Warnsignal: Beobachter_innen müssten das Thema ernst nehmen und dürften das Feld nicht der Propaganda überlassen. Ihre wissenschaftliche Grundlagenarbeit „Wirtschaftskriege. Geschichte und Gegenwart“ soll einen Beitrag zu diesem Anliegen leisten. 

Die Grundannahme des Buches wird eingangs ganz knapp zusammengefasst: „Im Handel der Nationen sind die Grenzen zwischen konstruktivem und destruktivem Verhalten immerfort fließend, und in der Zeit folgen und mischen sich unaufhörlich Kooperation und Konfrontation.“ Davon ausgehend folgen Erörterungen in wirtschaftlicher, politischer, ethischer, rechtlicher und historischer Hinsicht, um die Frage nach dem Warum zu klären. Der interdisziplinäre Ansatz stellt dabei den großen Mehrwert des Buches dar. Ziel der Autoren ist es nämlich, das Thema aus nischenhaften Betrachtungen herauszuholen und stattdessen einen umfassenden Einblick zu generieren. Tatsächlich gelingt es ihnen, vielfältige Zusammenhänge von Wirtschaft, Wettstreit und Krieg in verständlicher Art und Weise zu beschreiben. Durch die Widerlegung weitverbreiteter Vorstellungen und Entkoppelung gängiger Kausalschlüsse, verhelfen sie ihren Leser_innen zu dem ein oder anderen Aha-Moment: So zeigen sie beispielsweise, dass Kapitalismus – selbst zur Zeit des Hochimperialismus – nicht als Hauptkriegsursache gewertet werden kann. Wirtschaft als Kriegsform und -schauplatz ist vielmehr ein Phänomen, das der Geburt des Kapitalismus vorausgeht.

Die Ausführungen sind außerdem mit einer Vielzahl historischer Beispiele gespickt, welche für Anschauungszwecke verwendet werden. Die Autoren betrachten u.a. die Napoleonischen Kriege, den Kolonialismus der Ostindien-Kompanien Großbritanniens und der Niederlande, die Weltkriege oder die Suezkrise. Der zeitliche Schwerpunkt liegt aber auf den Entwicklungen seit 1989 bis hin zur Gegenwart. Ein ganzes Kapitel ist etwa der aktuellen Lage Chinas gewidmet.
Nach seinen Erkundungen quer durch Raum und Zeit schließt „Wirtschaftskriege“ mit acht Empfehlungen an Bürger_innen und Entscheidungsträger_innen für die Zukunft internationaler Handelsbeziehungen.

 

C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik

Sensengasse 3
1090 Wien
+ 43 (0)1 317 40 10-200
bibliothek@centrum3.at

>> So kommen Sie zu uns

Öffnungszeiten

Mo-Di: 9.00-17.00 Uhr
Mi-Do:9.00-19.00 Uhr
Fr:9.00-14.00 Uhr

Vorwissenschaftliches Arbeiten im C3
> mehr Information

Umstieg auf neues Bibliothekssystem Koha für den wissenschaftlichen Bestand

> mehr Information