Cover des Buches

Fit für die Katastrophe?
Kritische Anmerkungen zum Resilienzdiskurs im aktuellen Krisenmanagement
medico international
Gießen: Psychosozial-Verlag, 2017. - 166 S.
ISBN 978-3-8379-2670-5

ÖFSE-Signatur:  26889

Katastrophe ; Katastrophenschutz ; Katastrophenhilfe ; Humanitäre Hilfe ; Entwicklungspolitik ; Nachhaltige Entwicklung ; Bildung ; Mental Health ; Psychotherapie ; Migration ; Klimawandel ; Migrationspolitik ; Umweltpolitik ; Entwicklungszusammenarbeit ; Widerstand ; Überlebensstrategie ; Livelihood ; Kolonialismus

Der vorliegende Sammelband setzt sich mit der Entwicklung des Resilienzbegriffs und seiner diskursiven Allgegenwärtigkeit auseinander. Exemplarisch beschäftigen sich die Beiträge mit der Konjunktur von Resilienz in Diskursen der Umweltpolitik, Entwicklungszusammenarbeit oder Migrationsforschung und beleuchten dabei einen Wandel des Konzepts: Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hätte es sein kritisches Potenzial verloren und sei von einem progressiven Ansatz zu einem affirmativen, „neoliberalen Mechanismus“ geworden. Statt gesellschaftliche Bedingungen von Krisen und Armut in den Vordergrund zu rücken, werde solcherart die Verantwortung für das Wohlergehen dem jeweiligen Individuum alleine zugeschrieben und dessen Resilienz als Schlüsselkompetenz für die persönliche Entwicklung identifiziert. Indem die konkrete Entstehung und die stetige Reproduktion von gesellschaftlichen Problemen vernachlässigt werden und stattdessen die „Natürlichkeit“ von Krisen behauptet wird, diene das Resilienzkonzept der Legitimation von Unrecht und bestehenden Machtverhältnissen. Die AutorInnen des Sammelbandes beschäftigen sich mit Resilienz in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und weisen methodisch unterschiedliche Zugänge auf, doch eint sie ihre Bewertung der jüngeren Ideengeschichte von Resilienz: Ein einstmals progressiver und ressourcenbetonter Ansatz hätte eine neoliberale Aneignung erfahren und rede einer Entpolitisierung menschlichen Leidens das Wort. 

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