Cover des Buches

Jakob, Christian ; Schlindwein, Simone
Diktatoren als Türsteher Europas
Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert
Berlin: Ch. Links, 2017. - 317 S.
ISBN 978-3-86153-959-9

ÖFSE-Signatur:  26840

EU ; Deutschland BR ; Türkei ; Israel ; Sudan ; Eritrea ; Mali ; Libyen ; Uganda ; Afrika ; Grenze ; Migration ; Autoritäre Herrschaft ; Entwicklungszusammenarbeit ; Flüchtling ; Rückführung ; Afrikapolitik ; Handelspolitik ; Aussenpolitik ; Nichtstaatliche Organisation

Die AutorInnen orten eine aktuelle „Wiederentdeckung Afrikas“ durch die europäische Politik, die sich in zahlreichen bilateralen Konferenzen, Partnerschaftsabkommen oder dem jüngsten Vorschlag eines „Marshallplans mit Afrika“ durch den deutschen Bundesentwicklungsminister Gerd Müller äußern. Ihre Bewertung dieser erhöhten Aufmerksamkeit fällt allerdings wenig euphorisch aus: Nicht ein plötzliches Interesse an Armutsbekämpfung und der Überwindung struktureller Ungleichheiten sei die Motivation für die intensive Beschäftigung mit dem südlichen Kontinent, sondern vielmehr die Eindämmung der Migration nach Europa. Der Band skizziert dabei die vielseitigen Bestrebungen Europas diesbezüglich und beleuchtet die Hintergründe und Konsequenzen dieser Politiken: So zeigen Christian Jakob und Simone Schlindwein die Kooperationen mit mutmaßlichen Kriegsverbrechern und autoritären Regimen auf, beleuchten verschiedene Ansätze des Grenzschutzes und ihre konkrete Ausgestaltung. Ausführlich gehen sie auch auf die Fluchtursachenbekämpfung als neues zentrales Paradigma der Entwicklungspolitik ein: So würde die Leistung von finanziellen EZA-Zuwendungen zunehmend mit migrationspolitischen Interessen verschränkt und die Betreuung von Flüchtlingen in Europa oftmals als Entwicklungszusammenarbeit verbucht und in die Statistiken der „Official Development Assistance“ (ODA) eingerechnet. Schlussendlich seien diese Bemühungen jedoch nur eingeschränkt aussichtsreich, halten die Autorinnen fest, solange die politischen Akteure nicht bereit seien, einen substanziellen Widerspruch zu berücksichtigen: „Von geschützten Märkten und der Öffnung der Märkte träumt die EU. Von geschützten Märkten und offenen Grenzen träumt Afrika. Solange dieses Interessensdilemma nicht gelöst ist, wird es keine echte Partnerschaft geben.“ 

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